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Copyright 01/09 · www.tauchen.de

Bericht von Thomas Christ im "tauchen" Alle Fotos: T. Christ

Original: http://www.tauchen.de/download/files/uemis_sda_1_09.pdf

Meilenstein!

Mit dem „Aladin“ kam 1987 der erste Schweizer Tauchcomputer auf den Markt. Wird 2009 wieder Tauchgeschichte geschrieben? Der neue „SDA“- Computer von Uemis hat das Zeug dazu.

 

 

Anfang Dezember im Zürichsee in

40 Metern Wassertiefe:
Die Kälte dringt langsam durch den Trocki. Da hilft auch der neue Computer nicht. Obwohl einem warm ums Herz werden könnte, denn noch nie überzeugte ein Rechner mit dermaßen guter Ablesbarkeit unter Wasser – und das auch noch in Farbe! Wir testeten den neuen Tauch-computer der Firma Uemis exklusiv hier vor Ort in der Schweiz. Der „SDA“ (für Scuba Diver Assistant) ist ein Vorserienmodell und befindet sich noch am Ende der Entwicklungsphase. Unsere erste Bilanz nach den
Testtauchgängen: Die bislang geheime Neuentwicklung des Schweizer Herstellers Uemis überrascht mit einer hervorragenden Performance – auch im Dekobereich!

Hier die Details:

     

IM DETAIL ? Armband

Universelles Armband
Mit einem Klick ist die Halterung gelöst und

das Armband kann gewechselt werden (oben).

Der neue, leicht zu bedienende
Verschluss vom „SDA“-Computer

 

Das Gehäuse

Das Gehäuse aus hochwertigem Kunststoff bietet erstmalig einen
Schnellverschluss für ein abnehmbares Armband (Bänder in unterschiedlichen Längen erhältlich), austauschbare und farbige Cover (in Rot, Blau, Grau und Schwarz) sowie ein gehärtetes Mineralglas, das keinen zusätzlichen Displayschutz benötigen soll. Das Stoffarmband lässt sich für das Festziehen oder Lösen mit einer Hand bedienen und sitzt mittels neu entwickelte Verschluss bombenfest. Oberhalb des Akkufachs befindet sich die nächste Neuheit: Solarzellen! Der „SDA“ kann wahlweise mittels Sonnenenergie, USB-Kabel oder eines optionalem Ladegeräts aufgeladen werden.

     

 

Das Display
Während fast alle Hersteller auf sogenannte LCD-Displays (Liquid Crystal Display) zurückgreifen und sie nicht farbig anpassen, verarbeitet Uemis ein „OLED“-Display (Organic Light Emitting Diode; siehe auch Kasten rechts).

Ohne zu übertreiben:
Es gibt zurzeit keinen Tauchcomputer, der so ein klares und gut sichtbares Display bietet. Dadurch, dass das Display selbstleuchtend ist, muss auch kein Hintergrundlicht mehr angeknipst werden. Mit einer Größe von 4,9 mal 3,7 Zentimetern ist es zwar nicht das größte Display, das in Tauchcomputern verarbeitet wird, aber das tut der guten Ablesbarkeit keinen Abbruch. Man hat, besonders im direkten Vergleich mit anderen Tauchcomputern, eher das Gefühl, von einem alten Schwarz- Weiß-Fernseher auf ein modernes HDTV-Gerät zu blicken.
Um keine farbliche Verwirrung zu stiften, sind die unterschiedlichen Farben klar aufgeteilt.

Grün bedeutet, dass alles inOrdnung ist. Orange warnt vor einer möglichen Gefahr,

und

wer Rot sieht, hat sicherlich etwas falsch gemacht.

Um Fehler wie einen zu schnellen Aufstieg ganz eindeutig zu signalisieren, erscheint im Falle eines Falles ein roter Pfeil und die Worte Slow Down mit der Mitteilung, wie schnell man gerade der Wasseroberfläche entgegenschießt. Zusätzlich warnt der „SDA“ auch noch akustisch.

     

IM DETAIL ? Sender

Der Sensor übermittelt alle Luftdaten

IM DETAIL ? Solar

Über ein kleines Solar-Panel wird der

Rechner auch bei wenig Licht immer

wieder aufgeladen. Zwei Stunden

Lichtbedeuten circa eine Stunde

tauchen. Zusätzlich kann der „SDA“

aber auch über einen USB-Anschluss

oder dem optionalen Ladegerät

aufgeladen werden.

 

Die Bedienung
Mittels dreier Schiebeschalter wird der komplette Rechner bedient. Damit keine Verbindung zum Inneren des Geräts besteht, ist, bis auf die Akkueinheit, alles komplett vergossen. Das spezielle Harz wird sonst bei Raketen eingesetzt, um die wertvolle Elektronik nicht zu beschädigen.
Der „SDA“ bekommt seine Befehleüber kleine Magneten, die sich an den einzelnen Schiebeschaltern befinden.

Allen Unkenrufen zum Trotz: Auch ein ausgiebiges „Baden“ im Sand konnte die Schiebeschalter nicht blockieren! Sollte das aber trotzdem Cover über zwei Schrauben entfernen, alles säubern – fertig!
Das mehrsprachige Menü hat eine 5-Wege-Navigation und lässt sich auch ohne Anleitung leicht verstehen und bedienen.
Selbst unter Wasser kann man fünf verschiedene Extra-Seiten aufrufen und sich eine Menge an zusätzlichen Informationen holen.
Auf der Hauptseite befinden sich alle tauchrelevanten Infos (aktuelle Tauchtiefe, Tauchzeit, Nullzeit, Flaschendruck, Temperatur und verbleibende Gaszeit).
Die nächste Seite zeigt dann einen elektronischen Finimeter, danach kommt das Atemverhalten mit dem momentanen Gas-verbrauch. Möglich wird das durch die vorherige Eingabe der Flaschengröße. Dann folgen detaillierte Deko-Anzeigen, Details wie Tageszeit und maximale Tiefe.


Zu guter Letzt sieht man die adaptiven Parameter (Kälteeinwirkung, Einfluss der Leistung, Sauerstoffpartialdruck, Zentralnervensystem und Mikroblasen) und die Sättigung der acht verschiedenen
Gewebegruppen per Grafik.

     
 
Das Logbuch
Unnötiges Schreiben eines Logbuchs könnte mit dem „SDA“ der Vergangenheit angehören.
Der Computer speichert 2000 Tauchgänge (mit allen Infos) –das ist weit mehr, als so mancher Taucher in seinem Leben tauchen wird. Neben den üblichen Daten kann der User auch den Tauchplatz oder seinen Buddy eintragen. Das mit dem Buddy funktioniert sogar automatisch unter Wasser – allerdings nur, wenn der auch einen „SDA“ trägt. Mit zweimaligem Klicken kann man sich sogar mit dem Rechner des Partners verbinden und erhält dessen aktuelle Tauchdaten.
Ein spezielles Programm für den PC gibt es nicht, doch dafür kann man alle seine Daten auf eine Internet-Plattform stellen. Über diese kann man ebenfalls den „SDA“ mit Tauchspots
füttern oder mit neuen Kontakten synchron-isieren. Von den Tauchpartnern sind dann alle Daten wie zum Beispiel Name, aktuelle Adresse, E-Mail oder Telefonnummer im „SDA“- Logbuch gespeichert. Ein großer Vorteil dabei – überall, wo ein Internetzugang besteht, hat man gleichzeitig sein Logbuch parat, und das unabhängig von einem Computer oder dessen Betriebssystem. Ein „Vergessen“ ist dadurch nicht mehr möglich.Die Daten über den Flaschendruck bekommt der Computerüber einen Tankdrucksensor, der an einem der Hochdruckabgänge der Ersten Stufe angeschlossen wird. Bis zu drei verschiedene Tauchflaschen können so vom „SDA“ kontrolliert und die unterschiedlichen Gasgemische berechnet werden.
Der „SDA“ machte bei Bedienung, Ablesbarkeit und Funktionsvielfalt einen sehr guten Eindruck. Laut Chefentwickler Ernst Völlm ist das aber nur der Anfang! In naher Zukunft soll der „SDA“ nicht nur Gase mit einem Sauerstoffanteil bis 100 Prozent, sondern auch Luftgemische mit weniger als 21 Prozent berechnen können. Trimix und Tech-Tauchen wird also auch kein Problem sein. Das wird möglicherweise viele Tekkies freuen, die einen hochwertigen Computer haben möchten und für ein farbiges Display nicht noch extra Geld bezahlen wollen (zum Beispiel der „VR-3“).
Optional soll der „SDA“ später auch mit Kreislaufgeräten genutzt werden können – immerhin war Ernst Völlm auch bei der Entwicklung des „Oxy-2“ (misst den aktuellen Sauerstoffgehalt des Atemgasgemischs und übermittelt die Werte an den Tauchcomputer) von Uwatec für das Dräger „Dolphin“ maßgeblich beteiligt und ist sicherlich noch für viele Überraschung gut.

OLED
Organische Leuchtdioden (OLED) sind dünnfilmige, leuchtende Bauelemente aus organischen, halbleitenden Materialien. Sie unterscheiden sich von anorganischen Leuchtdioden (LED) durch eine geringere Strom- und Leuchtdichte. Zusätzlich sind keine einkristallinen Materialien erforderlich.

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